Noch bis Anfang des Jahres sah es so aus, als würden die deutschen Konsumenten den griechischen Winzern und Weinexporteuren in der Krise die Treue halten und dies trotz Nazi-Vergleiche für die Kanzlerin, antideutschen Pressekampagnen und wütenden Protesten eines Teils der Bevölkerung. Doch damit ist wohl vorerst Schluss. Vielen Deutschen ist offenbar die Lust auf griechischen Wein gründlich vergangen. Dies belegen jedenfalls die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (Destatis) zum Import griechischer Weine.
Von 2009 bis 2011 war der Import griechischer Weine von 13,6 Millionen Liter auf 17,5 Millionen Liter gewachsen. Auch der Wert stieg von 23,1 Millionen auf 29,5 Millionen Euro. Noch im Januar und im Mai dieses Jahres gab es jeweils positive Importbilanzen, aber im Februar, März, April und Juni zeigten die Importzahlen im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten bereits nach unten. Im dritten Quartal dieses Jahres schlug sich dann der Frust vieler Deutschen über das andauernde Griechenland-Problem in einem satten Minus von 42 Prozent bei der importierten Menge und einem Rückgang des Wertes um 48 Prozent nieder. Auf die ersten neun Monate gerechnet resultiert daraus ein Minus von 21 Prozent in der Menge im 23,4 Prozent im Wert.

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