Schlagwort-Archiv: Weinskandale

Weinbetrug in Italien aufgedeckt

In Italien wurde erneut ein umfangreicher Weinbetrug aufgedeckt. Nach lokalen Zeitungsberichten ist ein Betrügerring aufgeflogen, der sizilianische Weissweine an Händler in Norditalien verkaufte, die diese als Weine aus Regionen wie Veneto Emilia Romagna und Lombardei deklarierten. In die Untersuchung waren Polizeidienstellen in Palermo, Conegliano, Bologna und Mailand involviert. Insgesamt wurden 24.000 Hektoliter (das sind ca. drei Millionen Flaschen) der Sorten Pinot Grigio und Pinot Bianco aus Sizilien sichergestellt, die als norditalienische Wein auf den Markt gebracht werden sollten.

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Weinskandal oder Sabotage?

Weinskandal oder kriminelle Sabotage? Diese Frage beschäftigt derzeit in Baden Polizei und Öffentlichkeit. In einem Riesling des badischen Weingutes Schloss Ortenberg hat die amtliche Weinkontrolle den bei Wein nicht zugelassen Aromastoff Gamma-Decalacton gefunden, der beispielsweise bei der Prosecco-Produktion ganz legal Verwendung findet, um Pfirsich- und Aprikosenaromen zu erzeugen. Bereits im Oktober hatte die Weinkontrolle des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Freiburg auf eine bislang anonyme Anzeige aus Rheinland-Pfalz hin im Weingut eine Probe des Riesling SL genommen. Das Ergebnis der Untersuchung war, wie sich in der vergangenen Woche herausstellte positiv. Hochgerechnet war demnach möglicherweise ein Gramm des Stoffes den 6000 Litern dieses Rieslings beigemischt worden. Inzwischen haben Landrat Klaus Brodbeck und Oberbürgermeister Wolfgang Bruder Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Das kommunale Weingut, das vom Ortenaukreis und der Stadt Offenburg getragen wird, sieht sich „als Opfer von Sabotage“. Das Weingut hat sofort eine Rückrufaktion beim Handel gestartet, an den bislang 4000 Flaschen Riesling ausgeliefert wurden, und lässt alle seine Weine untersuchen. Fünf sind bereits ohne Beanstandung kontrolliert worden, bei den übrigen wird ein Ergebnis in zwei Wochen erwartet. Für den Betriebsleiter Winfried Köninger und Kellermeister Hanspeter Rieflin ist es völlig rätselhaft, wie der Stoff in den Riesling gelangt ist. Offenburgs Oberbürgermeister Bruder vertrat in einem Interview mit der Badischen Zeitung: „Wir gehen davon aus, dass wir Opfer einer Straftat wurden.“ Möglicherweise sei der Stoff während der Umbauarbeiten eingebracht worden, als Weingut und Keller frei zugänglich waren. „Wer Erfolg hat, hat auch Neider“, meinte Brodbeck mit Hinweis auf die Erfolgsgeschichte des Weinguts.

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